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Abzockerinitiative - Zeichen setzen oder schnelle gute Lösung?

Soll man ein Zeichen setzen und die Abzocker-Initiative annehmen? Oder wäre es nicht doch besser, die Initiative abzulehnen, damit der Gegenvorschlag rasch in Kraft tritt? Die Diskussion hat sich leider längst von sachlichen Argumenten verabschiedet und ist - einmal mehr geschürt durch Herrn Vasellas Verhalten - von Emotionen geprägt. Dabei unterscheiden sich Initiative und Gegenvorschlag inhaltlich kaum, denn die wichtigsten Forderungen der Initiative wurden im Gegenvorschlag aufgenommen.

Kerngehalt sowohl der Initiative als auch des Gegenvorschlags ist die Stärkung der Aktionärsrechte, d.h. der Eigentümer der Unternehmung. Der Gegenvorschlag lässt den Aktionären etwas mehr Spielraum und gibt ihnen zusätzliche Rechte, welche die Initiative nicht vorsieht. Zu nennen ist z.B. die Möglichkeit, dass die Aktionäre die Amtsdauer der Verwaltungsräte auf bis zu drei Jahre ausdehnen können, was kurzfristigem Profitdenken entgegenwirkt.

Ausserdem wird der Gegenvorschlag in Kraft gesetzt, sofern die Initiative abgelehnt und – was sehr wahrscheinlich ist – kein Referendum ergriffen wird. Der Gegenvorschlag ist praxistauglicher und schneller umsetzbar, weshalb ich die Initiative ablehne.

Sowohl bei der Initiative als auch beim Gegenvorschlag besteht jedoch die Gefahr, dass wir in einigen Jahren enttäuscht sind, wenn Manager und Verwaltungsräte weiterhin unvorstellbar hohe Löhne und Boni beziehen und wir uns fragen müssen, was denn nun die ganze Diskussion gebracht hat. Denn weder Volksinitiative noch Gegenvorschlag sehen Grenzen für die Bezüge von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung vor. Wenn die Aktionäre wollen, dann werden diese Organe weiterhin hohe Löhne und Boni erhalten.

Es geht deshalb darum, über die Forderungen von Initiative und Gegenvorschlag hinaus möglichst gute und praxistaugliche Lösungen für die Führung von börsenkotierten Unternehmen zu finden, damit die Abzockerei wirklich bald ein Ende hat. Denkbar wäre z.B. ein fixes Gehalt ohne Boni für Verwaltungsräte und Management, wie dies die Ökonomen Osterloh, Frey und Zeitoun in ihrem NZZ-Artikel vom 19. Februar 2013 forderten.

Das würde die Selbstbedienung durch hohe Boni eindämmen. Oder etwa die Festlegung eines Boni-Deckels, wie er zur Zeit für EU-Banken diskutiert wird. Solche Vorschläge müssen möglichst rasch geprüft werden. Auch das ist ein Grund, die Initiative abzulehnen, zumal wir ja mit dem Gegenvorschlag eine griffige Alternative haben. Denn es besteht das Risiko, dass die Umsetzung der Initiative weitergehende Diskussionen auf Jahre hinaus blockiert.